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Plattform Industrie 4.0 definiert die wichtigsten Forschungsthemen

München | Industrie 4.0 gehört zu den innovationspolitischen Leitthemen, doch der Begriff wird vielfältig interpretiert und nicht immer richtig verstanden und gebraucht. Deshalb hat der Wissenschaftliche Beirat der „Plattform Industrie 4.0“ den Begriff in 17 Thesen definiert.

Ein jährliches Wachstumsplus von 1,7 Prozentpunkten könnte die Industrie 4.0 für viele Branchen in Deutschland bringen. (Bild: Bitkom) Ein jährliches Wachstumsplus von 1,7 Prozentpunkten könnte die Industrie 4.0 für viele Branchen in Deutschland bringen. (Bild: Bitkom)

Industrie 4.0 steht für die Neuorganisation und vernetzte Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken im Zeitalter der vierten industriellen Revolution. Konkret geht es um die ganzheitliche Orientierung an individuellen Kundenwünschen, die Nutzung von Echtzeitdaten und die Einbeziehung der Umweltbilanz in den Produktionsprozess. Als Grundlage dient dafür die Echtzeit-Auswertung zahlreicher, bisher unverknüpfter Daten („Big Data“), die aus der Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen entstehen.

In seinen 17 Thesen skizziert der Wissenschaftliche Beirat Industrie 4.0 nun plastisch aus den Perspektiven Mensch, Technik und Organisation:

     

  • Mit Blick auf die Menschen stellt der Wissenschaftliche Beirat die humanorientierte Gestaltung der Arbeitsorganisation in den Mittelpunkt. Industrie 4.0 sei ein soziotechnisches System, das das Aufgabenspektrum, die Qualifikationen und die Handlungsspielräume der Belegschaften erweitert. Werkzeuge werden in der Industrie 4.0 zu Lernzeugen.
  • In technischer Hinsicht definiert der Beirat, welche Komponenten zur Industrie 4.0 gehören und welche Potenziale sie mit Blick auf die Individualisierung, Vernetzung und Ressourceneffizienz bieten. Zentral sind intelligente Produkte als aktive Informationsträger und Systemkomponenten, die innerhalb von Produktionsmitteln adressier- und identifizierbar sind.
  • In der Organisation steht Industrie 4.0 für ein neues wirtschaftliches Paradigma: Produkt, Produktion und Service werden in Wertschöpfungsnetzwerken integriert, die eine dynamische Variation der Arbeitsteilung ermöglichen. Zusammenarbeit und Wettbewerb prägen das Wirtschaften gleichermaßen (Coopetition).
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Für den Weg in die Industrie 4.0 sind Forschung und Entwicklung in den verschiedensten Bereichen erforderlich. Die AG „Forschung und Innovation“ der Plattform Industrie 4.0 hat diesen Bedarf im engen Austausch mit dem Wissenschaftlichen Beirat in einem Whitepaper beschrieben. Darin werden zunächst zwölf vorrangige Forschungsfelder und ihre erwarteten Ergebnisse aufgezeigt. „Im Whitepaper haben wir die Schlüsselthemen identifiziert, die am dringendsten angegangen werden müssen“, sagte Johannes Diemer, Business Development Manager bei der Hewlett-Packard GmbH und AG-Sprecher.

Auf Basis des nun vorliegenden Whitepapers erarbeitet die Plattform Industrie 4.0 in den kommenden Monaten eine detaillierte Forschungs-Roadmap, die weitere Themen, notwendige Voraussetzungen, gegenseitige Abhängigkeiten und Meilensteine benennt und die in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Die „Plattform Industrie 4.0“ ist ein gemeinsames Projekt der drei Industrieverbände Bitkom, VDMA und ZVEI. Es knüpft an das „Zukunftsprojekt Industrie 4.0“ an, das im Rahmen der „Hightech-Strategie 2020“ von der Bundesregierung gestartet wurde. (Plattform Industrie 4.0)

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