ATP!Info

Infineon und Fraunhofer stellen Sicherheitslösung für SPS-basierte Industriesteuerungen vor

München, Hannover | Digitalisierung und zunehmende Vernetzung der Produktion erfordern in der Industrieautomation deutlich höhere Sicherheitsstandards als bisher. Infineon Technologies und das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) haben eine Lösung entwickelt, die SPS-basierte Industriesteuerungssysteme vor unerlaubtem Zugriff und Manipulation schützt.

Infineon und Fraunhofer mit neuer Sicherheitslösung für SPS-basierte Industriesteuerungen. Bild: Infineon Infineon und Fraunhofer mit neuer Sicherheitslösung für SPS-basierte Industriesteuerungen. Bild: Infineon

Die Lösung wurde erstmals auf der HANNOVER MESSE 2015 gezeigt. „Unsere Sicherheitslösung verbessert die Verfügbarkeit und Effizienz von Produktionsanlagen“, sagt Jürgen Spänkuch, Leiter des Bereichs Platform Security von Infineon Technologies. „Sie kann ohne großen Aufwand in Industriesteuerungen integriert werden und erhöht den Schutz vor IT-Angriffen und Manipulationen.“

Laut einer aktuellen Studie von PwC und Strategy& soll allein die deutsche Industrie im Laufe der nächsten fünf Jahre über 80 Prozent ihrer Wertschöpfungskette digitalisieren und jährlich 40 Milliarden Euro in Industrie 4.0-Anwendungen investieren; die europäische Industrie jährlich gar 140 Milliarden Euro. „In der digitalen Fabrik sind Systemintegrität und Datensicherheit essentiell wichtig“, sagt Steffen Zimmermann, Leiter Produkt- und Know-how-Schutz beim VDMA, dem größten Industrieverband Europas. „Die Sicherheitslösung von Infineon und Fraunhofer AISEC schützt Fertigungsanlagen, geistiges Eigentum und Prozess-Know-how. Das schafft Vertrauen in Industrie 4.0-Anwendungen und erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.“ Die Sicherheitslösung besteht aus sogenannten hardware-basierten Vertrauensankern. Dies sind Sicherheitschips der OPTIGA Trust Produktfamilie von Infineon und ergänzende Software. Die Lösung lässt sich an die jeweiligen Kunden- und Anwendungsanforderungen anpassen.

Dank der Sicherheitschips erhalten nur solche Bauteile oder Maschinen Zugriff auf das System, die sich eindeutig identifizieren lassen und damit als vertrauenswürdig eingestuft werden. Gefälschte Ersatzteile oder unerlaubte Reparaturwerkzeuge können auf diese Weise erkannt und abgewiesen werden. Darüber hinaus sichert die Lösung Programmiervorgänge vor Manipulation durch Schadsoftware oder fehlerhafte Software-Aktualisierung ab – ein Aspekt, der aufgrund steigender Fernwartung und Fernreparatur von Industrieanlagen an Bedeutung gewinnt. Die Sicherheitschips verschlüsseln und sichern die Daten; sie sind Geheimcode und Datentresor in einem. Die SPS-Programmierung und damit wertvolles geistiges Eigentum und Prozess-Know-how sind vor Diebstahl gesichert.

Verwandte Themen
Staffelübergabe am Lemgoer Forschungsinstitut inIT weiter
Neue Feldbus-Komponente für sichere Signale weiter
VDE fordert Vier-Punkte-Programm für Industrie 4.0-Funktechnologien weiter
Sechs neue FMCW Radar-Füllstandmessgeräte weiter
Neuer Geschäftsbereich bei HIMA weiter
Ausstellerbeirat der SPS IPC Drives unter neuem Vorsitz weiter

Relevante Publikationen für Sie:

„Smarte“ Sensoren in der Feldebene Cover

„Smarte“ Sensoren in der Feldebene

Intelligente Überwachung von industriellen Anlagen
Thomas Glock/FZI Forschungszentrum Informatik / Martin Hillenbrand/FZI Forschungszentrum Informatik / Christoph Weiler/Siemens / Michael Hübner/Ruhr-Universität Bochum, FZI Forschungszentrum Informatik

mehr
Zuverlässigkeitsbewertung in frühen Entwicklungsphasen Cover

Zuverlässigkeitsbewertung in frühen Entwicklungsphasen

Ansatz basierend auf rigide definierten Softwarekomponenten
MICHAEL WEDEL/Universität Stuttgart

mehr
Zustandsüberwachung und Performanzprognose Cover

Zustandsüberwachung und Performanzprognose

Datenbasierte Verfahren für komplexe Industrieanlagen
Minjia Krüger/Universität Duisburg-Essen / Torsten Jeinsch/Universität Rostock / Peter Engel/PC-Soft / Steven X. Ding/Universität Duisburg-Essen / Adel Haghani/Universität Rostock

mehr