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Evonik nutzt Prozesskontrollsysteme mit Echtzeitoptimierung

Essen| Evonik hat als eines der ersten Chemieunternehmen in einigen seiner Anlagen Prozesskontrollsysteme mit Echtzeitoptimierung im Einsatz. Bis 2025 soll durch die Ausweitung des Einsatzes der Echtzeitoptimierung ein Einsparpotenzial von 50 Millionen Euro realisiert werden.

Echtzeitoptimierung für moderne Chemieanlagen. Bild: EVONIK Echtzeitoptimierung für moderne Chemieanlagen. Bild: Evonik

Evonik Industries, eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie, hat als einer der Ersten seiner Branche erfolgreich ein neues Prozesskontrollsystem mit Echtzeitoptimierung in ausgewählten Produktionsanlagen eingeführt. Die Echtzeitoptimierung oder auch Real Time Optimizer (RTO), dient als Ergänzung von Advanced-Process-Control-Systemen (APC), welche die Überwachung und den technisch optimalen Betrieb moderner Chemieanlagen erleichtern.

Die nun entwickelte Echtzeitoptimierung erlaubt es, Chemieanlagen nicht nur technisch optimal zu steuern, sondern auch wirtschaftlich. Neben technischen Daten aus der Anlage berücksichtigt die Echtzeitoptimierung permanent auch verschiedene Marktdaten wie Preise für Rohstoffe und Energie sowie die aktuelle Nachfrage am Markt. Aus all diesen Daten ermittelt sie kontinuierlich den optimalen Betriebszustand der Anlage und gibt diesen an das Advanced-Process-Control-System weiter, das die Anlage steuert.

Durch die Echtzeitoptimierung ergibt sich in den Anlagen von Evonik ein geschätztes Einsparpotential von 50 Millionen €, das Evonik bis 2025 ausschöpfen will. "Für uns sind Maßnahmen der intelligenten Prozessführung wie APC und RTO wesentliche Hebel, um unsere Prozesse effizient und optimal bezüglich Rohstoff- und Energienutzung zu betreiben", betont Dr. Martin Harrmann, Leiter Technik im Geschäftsgebiet Performance Intermediates. Bislang kam Echtzeitoptimierung vor allem in den großen Anlagen der erdölverarbeitenden Industrie zum Einsatz. In den vergangenen sechs Jahren hat Evonik Advanced-Process-Control-Systeme bereits in 24 Teilanlagen des Segments Performance Materials eingeführt.

"Entscheidend für unseren Erfolg bei der Einführung der Echtzeitoptimierung war es, die Kompetenzen der Verfahrens- und Automatisierungsingenieure zusammen zu bringen. Wir haben dabei vor allem vom Know-how der Mitarbeiter in den Anlagen und von den umfangreichen Erfahrungen von Evonik bei der Simulation von Prozessen profitiert", erklärt Dr. Hans-Rolf Lausch, verantwortlich für Computer Aided Process Engineering & Automation im Geschäftsgebiet Verfahrenstechnik & Engineering bei Evonik.

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