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Namur-Hauptsitzung 2016: Lösungen zur Optimierung in der globalen Prozessindustrie

Tag 2 - NAMUR 2016

Matthias Fankhänel (BASF, rechts) übergibt den Preis an Henry Bloch (Universität der Bundeswehr HH, links)
Verleihung des NAMUR-Awards

Tag 2 der Namur-Hauptsitzung startete traditionell mit der Verleihung des Namur-Awards. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an Henry Bloch von der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Ausgezeichnet wurde er für seine Master-Thesis "Anwendung und werkzeugbasierte Umsetzung einer Methodik zum wiederverwendungsbasierten Engineering automatisierter Anlagen". Damit war bereits ein Teil des Fahrplans des Programms am Freitagmorgen sichtbar, der vor allem mit der Podiumsdiskussion zur Modularisierung für gute Impulse in der Branche sorgte.

Wo geht es hin? Feldgeräte im Blick: Thomas Grein (IGR)
Anforderungen an Feldgeräte – Anspruch und Wirklichkeit

Unter diesem Titel hielt Thomas Grein (IGR) seinen Vortrag, in dem er deutlich machte, dass die grundlegenden Anforderungen an Feldgeräte gleich bleiben müssen bzw. deren Funktionen in erster Linie die grundlegenden Aufgaben erfüllen müssen, und alles was darüber hinausgeht, diese Funktionen nicht beeinträchtigen darf. 

Besonderes Gewicht bekamen seine Forderungen vor dem Hintergrund einer erhobenen Untersuchung von Feldgeräten, die zeigte, dass weniger als 50% der geprüften Geräte die Anforderungen für die Verwendung in der Prozessindustrie sofort erfüllen. Die Ergebnisse aus Typprüfung und Betriebsbewährung und die grundlegenden Anforderungen an Feldgeräte sollen bei der Neuentwicklung und Weiterentwicklung berücksichtigt werden.

Podiumsdiskussion: Modularisierung

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion brachten Jens Bernshausen (Invite), Axel Haller (ABB) und Johannes Wagner (Sartorius Stedim Systems) das Plenum in Sachen Modularisierung und den bestehenden AKs der Namur auf den neuesten Stand. Dabei wurde deutlich, wie groß die Vorteile der Nutzung von Modulen sind. Vor allem in der Pharma-Industrie ergäben sich dadurch völlig neue Potenziale, wie Wagner unterstrich. 

Gleichzeitig wurde in den Gesprächen aber auch klar, dass noch einiges an Arbeit investiert werden muss, besonders was die Akzeptanz verschiedener Partner untereinander angeht. Dennoch: Die Geschwindigkeit, mit der die Namur und auch der ZVEI das Konzept (zwei Jahre nach der Vorstellung von DIMA) nach vorne treibt oder der Prototyp, an dem sieben Konkurrenten miteinander kooperieren geben allen Mut zum Weitermachen. Selbstverständlich würden auch weitere Überlegungen aus den Namur-AKs (z.B. NOA) mit in das Konzept einfließen, wie Bernshausen versicherte.

Diskutierten die Potenziale der Modularisierung: Axel Haller (ABB), Johannes Wagner (Sartorius Stedim Systems) und Jens Bernshausen (Invite) (v.l.n.r.)
Reliability Center - Remote Condition Monitoring als Treiber für Operational Excellence

In seinem Vortrag zeigte Joachim Thiel, wie Expertenwissen schnell und unkompliziert an verschiedene Standorte bzw. Anlagen gebracht werden kann. Das Reliability Center der BASF stellt hierfür eine Plattform, die online Unterstützung anbietet, indem sie das Wissen und die Erfahrung von Experten in der Zustandsüberwachung von Maschinen mit modernen Methoden der Datenanalyse kombiniert. So können Anomalien frühzeitig entdeckt und unerwartete Ausfälle der Maschinen vermieden werden.

Daten, der Rohstoff des 21. Jahrhunderts - Data Mining in der Prozessindustrie

Thorsten Pötter von BASF referierte zum Thema Data Mining, und gab anhand erster Beispiele auch schon einen Vorgeschmack auf den Namur-Sponsor 2017 GE Digital. Vor allem die Auswertung von Daten, nicht das Sammeln an sich, sind für ihn der Schlüssel zu einer neuen Prozessindustrie. Denn für ihn sind „Informationen, nicht Daten, das Gold des 21. Jahrhunderts.“ Nur über einen gemeinsamen Weg von Wissenstausch und intelligenter Zusammenführung von den richtigen Informationen, sei ein echter Fortschritt möglich.

Der Vorsitzende der NAMUR Dr. Wilhelm Otten verabschiedete die Teilnehmer der 79. Namur-Hauptsitzung und gab auch das Thema für 2017 bekannt: Dann heißt es mit GE Digital "Mastering the digital transformation of process industry".

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